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Kameraobjektive – Alles was du über Objektive wissen musst

DER ULTIMATIVE OBJEKTIV-GUIDE

ALLES WAS DU ÜBER KAMERAOBJEKTIVE WISSEN MUSST

 

Ohne Augen siehst du nichts. Und das trifft auch für deine Kamera zu. Denn hier ist das Objektiv das Auge. Deshalb macht es durchaus Sinn sich mit dem Thema etwas näher zu beschäftigen. 

Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, als ich das erste Mal ein Weitwinkelobjektiv für meine Kamera kaufen wollte. Die Auswahl ist enorm. Es gibt sie in unterschiedlichen Lichtstärken, Brennweiten, Preisklassen und von unterschiedlichen Herstellern.

Und um das Ganze noch unübersichtlicher zu gestalten, benutzt jeder Hersteller seine eigenen kryptischen Abkürzungen. Nach einigen Stunden Recherche hatte ich ihn dann, meinen Ohrwurm: Welcome to the jungle!

> Um dir den Einstieg etwas zu erleichtern und Licht ins Dunkle zu bringen, so dass du dich im Objektiv-Dschungel zurecht findest, habe ich dir diesen Guide geschrieben. 

Danach wirst du nicht nur wissen, welche verschiedenen Objektivarten es gibt, sondern erfährst auch etwas über ihren Aufbau und Wirkungsweise. Du lernst welche zwei Faktoren beim Kauf für dich von Relevanz sind und welches Objektiv für deine Fotografie am ehesten Sinn macht.

Dadurch schonst du auf lange Sicht nicht nur deinen Geldbeutel, sondern ersparst dir auch jede Menge Zeit. 

Doch zuvor etwas Grundlagenwissen – aber keine Angst, es ist mit Bildern und Grafiken hinterlegt. Ich lerne selbst visuell am besten und finde, dass die Theorie dadurch erstens nicht so trocken ist und zweitens verständlicher wird. 

Im Guide beziehe ich mich übrigens auf Objektive für Wechselsysteme. Sprich Kameras, deren Objektive austauschbar sind, wie z.B. digitale Spiegelreflex oder spiegellose Systemkameras.

 

1 AUFBAU, LICHTSTÄRKE UND BRENNWEITE

1a) Aufbau

Das Objektiv kannst du dir als Gehäuse vorstellen, das im Inneren mehrere Linsen und/oder Spiegel beherbergt. Diese Linsenelemente bündeln das einfallende Licht und erzeugen damit auf dem Sensor deiner Kamera ein Abbild des Motivs. 

Abhängig vom Aufbau und den verbauten Linsen, solltest du vor dem Kauf besonderen Wert auf nachfolgende Faktoren legen. Die Lichtstärke (Blendenwert), die Brennweite und das Aufnahmeformat.

 

1b) Lichtstärke (Blendenwert)

Der Begriff Lichtstärke bezeichnet die Menge an Licht, die durch die Blende in dein Objektiv einfällt. Ist die Blende bis zum Maximum geöffnet, spricht man von einer Offenblende. Diesen Wert findest du auf dem Objektiv. Je kleiner dieser Wert, desto lichtstärker das Objektiv. Es existieren verschiedene Schreibweisen für den Blendenwert: 

f/1.8  oder   F/1.8  oder   F 1.8  oder   1:1.8  oder   1/1.8

Objektiv Blendenwert Durchmesser Brennweite

 

An einigen Zoom-Objektiven (s. Bild) werden dir zwei Blenden-Werte angezeigt. Es bedeutet, dass das abgebildete Objektiv die Maximalblende von f3.5 bei der Brennweite 16mm erreicht. Bei der Brennweite 50mm werden dann „nur noch“ f 5.6 als maximale Offenblende erreicht. Es tritt somit weniger Licht ins Objektiv.

Bei Zoom-Objektiven mit nur einem Blendenwert, z.B. „f2.8 16-50mm“, gilt dieser Blendenwert als durchgängige Offenblende für den gesamten Zoombereich. Egal ob 16mm oder 50mm. 

 

1c) Brennweite

Die Brennweite wird in mm angegeben und steht für den Bildwinkel deines Objektivs. Also wie viel dein Objektiv „sieht“. Zu analogen Zeiten wurde der Bildwinkel noch in Grad dargestellt. In Abhängigkeit vom jeweiligen Sensorformat, muss die Brennweite dementsprechend umgerechnet werden.

Auf der Grafik siehst du, wie sich der Bildwinkel vom Weitwinkelobjektiv (rot), über das Normalobjektiv (grau) bis hin zum Teleobjektiv (grün) verändert, sprich enger wird. Eine kleine Brennweite steht für einen weiten Winkel. Eine große Brennweite beutet einen engen Winkel.

Folglich werden Weitwinkelobjektive mit einer kleinen Brennweite und Teleobjektive mit einer großen Brennweite angegeben.

Grafik Bildwinkel Weitwinkel Standard Tele Objektiv

Grafik Brennweite Bildwinkel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1d) Aufnahme-/Sensorformat

Der Bildwinkel wird neben der Brennweite auch noch durch das Aufnahme- bzw. das Sensorformat definiert. Es gibt die Größe des Sensors und seine Lichtempfindlichkeit (Rauschverhalten) an. Je größer der Sensor, desto mehr Licht kann auf die vorhandene Fläche fallen, desto weniger Bildrauschen tritt auf.

Die drei bekanntesten Formate sind das Vollformat, das APS-C und das Four-Thirds-Format. 

Die Grafik zeigt dir die ungefähre Veränderung des Bildausschnitts, vom Vollformat über das APS-C bis hin zum FT bei gleicher Entfernung zum Motiv. Das nennt man den Crop-Faktor. Crop kommt vom englischen Wort für zuschneiden/stutzen.

Der Vollformatsensor hat die Größe des analogen Kleinbildfilms von 24 x 36mm. Er bildet im Vergleich zu den anderen Formaten am meisten ab. Durch seine Sensorgröße ist das Vollformat nach wie vor das Teuerste. Das zeigt sich sehr deutlich in den großen Preisunterschieden zwischen Vollformat und APS-C Kameras.

Zusätzlich benötigen Vollformat-Kameras qualitativ bessere Objektive. Also spielt auch hier ein höherer Kostenfaktor mit ein.  

Grafik Crop-Faktor Vollformat, APS-C, Four Third

 

2 FESTBRENNWEITE UND ZOOM-OBJEKTIVE

Bei der Wahl deines Objektivs hast du generell zwei Möglichkeiten. Du kannst entweder eine Festbrennweite benutzen oder ein Zoom-Objektiv.

2a) Festbrennweite

Wie der Name schon vermuten lässt, besitzen diese Objektive eine feste Brennweite. Die Linsen im Inneren sind fest verbaut und nicht beweglich.

Da die Festbrennweite weniger Linsen hat als ein Zoomobjektiv, ist sie meist leichter und kleiner. Durch Verwendung von Linsen, die exakt für diese Brennweite ihr Optimum besitzen, ist sie oftmals günstiger als ein vergleichbares Zoom-Objektiv.

Durch die Justierung und Einstellung auf diese eine Brennweite, wird eine bessere Bildqualität erzielt und dadurch schärfere Bilder. Verzerrungen und Vignettierungen, wie sie bei Weitwinkel- oder Teleobjektiven auftreten können, treten bei der Festbrennweite seltener auf. 

All die oben genannten Faktoren bewirken, dass Festbrennweiten generell lichtstärker sind. Die Größe der Blendenöffnung erlaubt es ausserdem, mit der Schärfentiefe zu spielen. Du kannst auf einen bestimmten Bereich des Bildes scharf stellen, was auch als freistellen bezeichnet wird (s. Bild).

Festbrennweite Schärfentiefe unscharfer Hintergrund

Du lenkst dadurch den Blick des Betrachters auf die wichtigen Details.

Als Merksatz gilt: Je größer die Blendenöffnung, desto geringer die Schärfentiefe.

Festbrennweiten kannst du daher gut im Bereich available-light, also dem verfügbaren Licht ohne Einsatz von künstlichem Licht, einsetzen.

Sie haben weniger Bildrauschen, durch einen niedrigen ISO-Wert und ermöglichen kürzere VerschlusszeitenFestbrennweiten werden oftmals für Porträts eingesetzt.

Mit der Festbrennweite bist du übrigens gezwungen, dich bei einem Wechsel des Bildausschnitts zu bewegen. Und genau das macht ihre Verwendung wiederum so spannend.

Dir erschließen sich völlig neue Blickwinkel und du entdeckst, wie sich dein Motiv durch den Positionswechsel in der Wirkung verändert. 

 

2b) Zoomobjektive

Im Gegensatz zur Festbrennweite gibt es hier variable Brennweiten, die stufenlos verstellbar sind. Zoomobjektive gibt es als Weitwinkel, Standard oder Teleobjektive.

Im Inneren des Gehäuses befinden sich mehrere bewegliche Linsenelemente, deren Verschiebung eine Veränderung der Brennweite bewirkt.

Durch die Anzahl der beweglichen Elemente und der Verschiebevorrichtung, sind Zoomobjektive im Vergleich zu Festbrennweiten teurer. Allerdings auch lichtschwächer

Generell solltest du wissen, dass je größer der Zoombereich (Spanne zwischen der kleinsten und größten Brennweite) ist, desto größere Kompromisse musst du bei der Bildqualität eingehen. Durch den Zoom verändern sich die Abstände der einzelnen Linsen im Gehäuse.

Das wiederum bewirkt eine gleichzeitige Änderung des Strahlenverlaufs des Lichts. Und die wiederum benötigt Korrekturlinsen.

Je kleiner die Variationsmöglichkeiten der Brennweite sind, desto besser die Bildqualität. Also statt eines 28-300mm Zoom-Objektivs greifst du besser zu einem 28-100mm. 

Der Fairness halber müsste man ein Zoom-Objektiv von 24-70mm mit drei einzelnen Festbrennweiten von 24mm, 35mm und 70mm vergleichen.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre das Zoom-Objektiv dann wiederum nicht nur günstiger sondern auch noch leichter.

Diese Objektive bieten dir auch noch den Vorteil, dass du sie an Plätzen und Orten verwenden kannst, an denen ein Objektivwechsel nicht möglich ist.

Entweder weil du keine Zeit hast, da sich dein Motiv schnell bewegt, oder es die äusseren Umstände nicht hergeben. Weil es zu staubig, nass oder sandig ist. 

 

3 OBJEKTIV-ARTEN

Wie du bereits weiter oben schon erfahren hast, gibt es verschiedene Brennweiten bei Objektiven. Diese Brennweiten stehen für unterschiedliche Objektiv-Arten. 

Ich möchte hier auf die drei gängigsten eingehen: Normal-/Standard-Objektive, Weitwinkel-Objektive und Teleobjektive. Da sich die Geister aka Experten streiten und die Brennweiten je Hersteller zusätzlich variieren, gelten nachfolgende Werte lediglich als Richtwerte.

3a) Standard-/Normalobjektive

Die feste Brennweite dieser Objektive variiert je nach Hersteller. In der Praxis haben sich 50mm Festbrennweiten durchgesetzt. Ihr Bildwinkel entspricht ungefähr dem Sehverhalten des menschlichen Auges.

3b) Weitwinkelobjektive

Haben eine Brennweite kleiner als 50mm. Objektive die eine noch kleinere Brennweite haben, z.B. unter 24mm, werden als Supra-/Ultraweitwinkelobjektive bezeichnet. Vielleicht hast du bereits vom Fischauge-Objektiv gehört.

Es hat einem Blickwinkel von über 180°. Wir müssten dazu den Kopf bewegen, um alles zu sehen.

Objektiv Durchmesser Gewinde

3c) Teleobjektive

Liegen am entgegengesetzten Ende und haben eine Brennweite größer als 70mm. Liegen sie über 300mm bezeichnet man sie als Super-/Ultrateleobjektive. 

 

4 EIGENSCHAFTEN UND ANWENDUNGSBEREICHE

4a) Weitwinkelobjektive

  • Weitwinkelobjektive geben das Gefühl für Weite und Tiefe wieder, sie stellen Räumlichkeit dar

 

  • Der Bildmaßstab wird verkleinert, weit entfernte Gegenstände werden kleiner abgebildet und Entfernung wirken größer

 

Du siehst im Bild, wie sich die linke Holzfigur „verkleinert“, je weiter hinten sie platziert ist. Der Abstand zwischen beiden Figuren wirkt im Bild größer als er tatsächlich ist.

Weitwinkel Perspektive nah dran

Weitwinkel Perspektive mittig
Weitwinkel Perspektive weit entfernt

  • Durch die kürzere Brennweite haben sie einen großen Bildwinkel 

 

  • Sie haben eine geringere Verwacklungsgefahr als Teleobjektive, da man sie längere Zeit in der Hand halten kann

 

  • Sie haben eine große Schärfentiefe, Vorder- und Hintergrund können scharf abgebildet werden

 

  • Sie haben bei kurzer Aufnahmedistanz eine verzerrende Wirkung, Gesichter erscheinen unnatürlich groß 

 

  • Senkrechte Linien werden verzerrt dargestellt wenn die Kamera geneigt wird

 

  • Weitwinkelobjektive werden meist in den Bereich Landschaft, Architektur, Innenräume und bei der Erzielung bestimmter Effekte eingesetzt.

 

Je nach Kameraformat (z.B. APS-C oder Vollformat) gibt es unterschiedliche Objektive. Beim Kauf solltest du daher darauf achten, dass das Objektiv zu deiner Kamera passt. Denn ein für Vollformat ausgelegtes Objektiv verliert an deiner APS-C Kamera, da hier der Sensor kleiner ist (s. Crop-Faktor weiter oben). 

 

4b) Teleobjektive

 

  • Sie sind durch die Anzahl der benötigten Linsenelemente größer, schwerer und teuerer

 

  • Durch die große Brennweite haben sie einen kleinen Blickwinkel

 

  • Aufgrund des hohen Gewichts und der Größe besteht Verwacklungsgefahr, hier hilft ein Stativ

 

  • Das Motiv kann nahe herangeholt werden, was eine große Aufnahmedistanz ermöglicht, z.B. in der Sport- oder Tierfotografie 

 

  • Teleobjektive haben eine raffende Wirkung auf hintereinander liegende Objekte, der Raum wird dadurch scheinbar komprimiert

 

  • Sie werden meist im Bereich Sport, Tier, Porträt und zur Erzielung bestimmter Effekte eingesetzt

 

4c) Weitere Objektive

Das Kit-Objektiv wird meist in der Grundausstattung eines Kameragehäuses mit angeboten. Es hat Zoom und deckt damit den Bereich von einem leichten Weitwinkel bis zu einem kurzen Tele ab. Die Konstruktion ist aus Kostengründen, Kamera und Objektiv als attraktiver Paketpreis, so ausgelegt, dass sie meist lichtschwächer sind. Autofokus und Bildstabilisator sind heutzutage jedoch mit dabei. 

Makro-Objektive sind spezielle Objektive, die durch extreme Nahaufnahmen einen großen Abbildungsmaßstab ermöglichen. Im Vergleich dazu, bei normalen Objektiven sinkt die Abbildungsleistung bei geringer Aufnahmeentfernung. 

Shift-, Tilt- oder Tilt-Shift-Objektive können durch verschieben (shift) und schwenken (tilt) stürzende Linien ausgleichen. Versuchst du zum Beispiel ein großes Gebäude ganz auf dein Bild zu bekommen und richtest dabei deine Kamera nach oben, wirkt es als würde sich das Gebäude nach oben hin verjüngen und nach hinten kippen (siehe Bild). Tilt- und Shift-Objektive werden überwiegend in der Architektur-Fotografie verwendet.

Gebäude kippt nach hinten

 

Fisheye-Objektive sind extreme Weitwinkelobjektive, die eine oder mehrere Objektebenen abbilden können. Dabei entstehen deutliche Verzerrungen, das Bild wirkt gekrümmt. 

 

5 ABBILDUNGSFEHLER

5a) Vignettierung

Vignettierung bedeutet das Abdunkeln des Bildrandes. Dieser kann natürlich oder künstlich erfolgen. Bei Weitwinkelobjektiven entsteht der natürliche Effekt durch die Größe des Blickwinkels. Er ist physikalisch nicht vermeidbar, kann aber durch das Abblenden (verringern der Blendenöffnung) reduziert werden.

Mechanische Vignettierungen treten bei Weitwinkelobjektiven dann auf, wenn der Rand von Streulichtblenden oder Filtern in das Objektiv hineinragt. Hier hilft eine Reduzierung der Brennweite. 

5b) Verzeichnung

Die Verzeichnung ist ein geometrischer Abbildungsfehler. Dabei wird das Objekt in der Bildmitte ein wenig anders als am Bildrand abgebildet.

Kissenförmig Verzeichnungen entstehen häufig bei Teleobjektiven. Das Objekt sieht dabei aus, als wäre es nach innen gekrümmt.

Tonnenförmige Verzeichnungen können bei Weitwinkelobjektiven entstehen. Hier erscheint das Objekt als nach aussen gekrümmt.

Verursacht wird die Verzeichnung durch die Lage der Blende im Objektiv und kann durch dich nicht beeinflusst werden. Bildbearbeitungsprogramme bieten hier für RAW-Dateien Abhilfe, mittels der Profilkorrektur (Lightroom CC).

Grafik Lightroom Profilkorrektur

5c) Chromatische Aberration

Die chromatische Aberration ist ein Abbildungsfehler der Linse. Sie entsteht wenn Licht unterschiedlich stark gebrochen wird oder anders formuliert wenn das Objektiv nicht alle Farbwellenlängen korrekt auf den Sensor überträgt.

Du erkennst sie auf Bildern an Farbsäumen entlang scharfer Kanten oder kontrastreichen Übergängen. Auch hier kann in Bildberabeitungsprogrammen wie z.B. Lightroom korrigiert werden (s.oben). 

 

6 SONSTIGE EIGENSCHAFTEN

6a) Objektivanschluss

Der Objektivanschluss wird Bajonett genannt. Er dient der sicheren Befestigung des Objektivs an der Kamera. Zum Wechseln sollte er sich schnell und einfach lösen lassen. So weit so gut.

Doch jetzt kommt der große Haken. Die Steuerkontakte des Bajonetts passen nicht an jede Kamera. Das bedeutet wenn du beispielsweise eine Kamera der Marke X besitzt, dann solltest du darauf achten, dass du Objektive kaufst, die auch zu deinem Kameragehäuse passen. 

Objektiv Bajonett Anschluss

Solltest du bereits mehrere Objektive besitzen und über einen Wechsel der Kameramarke nachdenken, dann kann es dir passieren, dass deine Objektive nicht mehr auf das neue Kameragehäuse passen.

Sie lassen sich eventuell befestigen, allerdings übermitteln die Steuerkontakte keine Daten.

Es gibt zwar Adapter, die Objektive mit anderen Kameras verbinden. Dann schlägt allerdings zu Buche, dass du zusätzliches Geld für den Adapter bezahlst, dein automatischer Fokus unter Umständen nicht mehr funktioniert und das Objektiv nicht mehr die gleiche Lichtstärke besitzt wie zuvor.

Ein zusätzlicher Grund zum Wechsel innerhalb der gleichen Marke, könnte der Umstieg von APS-C auf Vollformat darstellen. Hier wirst du u.U. die gleichen Probleme erleben.

Je nach Hersteller werden die Anschlüsse mit folgenden Kürzeln bezeichnet:

Canon: EF, EF-S, EF-M

Fujifilm: X

Nikon: F

Panasonic: Micro Four Thirds

Pentax: K

Sony: A-Mount, E-Mount

Zusätzlich gibt es noch Hersteller, die Objektive mit den verschiedenen Bajonettanschlüsse der unterschiedlichen Hersteller anbieten. Die bekanntesten sind Sigma, Tokina, Zeiss und Walimex.

Der für dich einfachste und schnellste Weg herauszufinden, welches Objektiv an deine Kamera passt, erlangst du durch dein Kamerahandbuch. Hier steht nicht nur wie du das Objektiv wechselst, sondern auch welche Objektive an deine Kamera passen.

6b) Objektivdurchmesser 

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist der Objektivdurchmesser (s. Bild Lichtstärke), der innerhalb der einzelnen Objektive variiert. Diese Zahl findest du ebenso wie die Blenden- und  Brennweitenwerte auf deinem Objektiv.

Der Durchmesser ist unter dem Gesichtspunkt spannend, dass du in der Landschaftsfotografie früher oder später beginnen wirst, mit Filtern zu arbeiten. Filter für die Langzeitbelichtung oder zum Abdunkeln des Himmels (s.Bild), werden auf dein Objektiv geschraubt und entsprechen immer einem festen Durchmesser.  

Objektiv Filter Graufilter ND-Filter

Mein Tipp für dich, falls du mit dem Gedanken spielst, dir Filter zu kaufen. Nimm Filter für dein größtes Objektiv.

Diese kannst du später durch Adapterringe auch für Objektive mit kleinerem Durchmesser benutzen. Einziges Manko, größere Filter sind  teurer als kleinere.

6c) Autofokus

Objektive werden mit Autofokus angeboten. Dieser bezeichnet die Technik, automatisch auf das Motiv scharf zu stellen. Er lässt sich durch Verschieben des Schalters oder Zoom-Ringes an- oder ausschalten.

Wie im Abschnitt zum Bajonett bereits erwähnt, kann es vorkommen, dass beim Wechsel des Objektivs auf ein markenfremdes Gehäuses, der Autofokus nicht mehr funktioniert. 

6d) Integrierter Bildstabilisator

Hast du nah an ein Motiv heran gezoomt oder ist das Objektiv schon etwas schwerer, dann kann es leicht passieren, dass du deine Bilder verwackelst. Der Bildstabilisator kann dir dabei helfen, leichte Verwackelungen auszugleichen, indem er durch Bewegungssensoren die Erschütterungen misst.

Kleines Schmankerl am Rande, das Canon-Handbuch erwähnt explizit, dass Unschärfe, hervorgerufen durch ein sich bewegendes Objekt während der Belichtung, nicht ausgeglichen werden kann. Des Weiteren können starke Schwankungen wie zum Beispiel auf einem schaukelnden Boot ebenfalls nicht stabilisiert werden. Macht hoffentlich Sinn, oder?!

Wie viel der Bildstabilisator tatsächlich bringt, findest du am besten durch einen Eigenversuch mit unterschiedlichen Belichtungszeiten bei einer Brennweite heraus. 

 

FAZIT

 

Du hast es bis hierher geschafft. Glückwunsch! 

Und für alle anderen, die erst einmal einen kurzen Überblick erhalten wollen, hier die Zusammenfassung:

 

  • In Abhängigkeit von deinem Kameraformat (Vollformat oder APS-C) gibt es unterschiedliche Objektive

 

  • Du kennst jetzt die Bezeichnungen Lichtstärke und Brennweite, weisst was deren Werte bedeuten und wo du sie findest

 

  • Dir sind die Vor- und Nachteile von Festbrennweiten und Zoom-Objektiven bewusst

 

  • Du hast je nach gewünschtem Anwendungsbereich und „Geldbeutelgröße“ die Wahl zwischen: Normalobjektiv mit Zoom, Festbrennweite, Weitwinkelobjektiv mit/ohne Zoom, Teleobjektiv mit/ohne Zoom und weiteren Objektiven

 

  • Dir sind Abbildungsfehler bekannt und wie du sie korrigieren kannst oder auch nicht

 

  • Du vermeidest folgende Fehler: Objektive kaufen, die an deiner Kamera nicht funktionieren, Filter für den kleinsten Objektivdurchmesser kaufen, verwackelte Bilder mit hohen Brennweite, da du dich auf den Bildstabilisator verlassen hast 

 

Und falls du noch nicht genug hast und mehr Informationen willst, hier geht’s weiter mit den Grundlagen:

Fotografiegrundlagen: Die Blende

Fotografiegrundlagen: Die Verschlusszeit

Fotografiegrundlagen: Die ISO

 

Hast du noch weitere Fragen zu Objektiven? Sag’s im Kommentar!

 

Deine

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